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Nachhaltigkeit, Neurodiversität, Nonsens

Schlagwort: bizarr

Ad Absurdum III: Das Fehlen von Nähe

Zur Vorgeschichte siehe hier und hier.

Die Nähe wollte sich nicht einstellen.
Julai saß auf einer Platane und streichelte die Rinde des Baumes. Sie fand, dass der Baum mehr lebte als das Bild von Lian, das die in ihrem Kopf hatte, oder das Gefühl ihm gegenüber, oder die Hand, mit der sie den Baum streichelte. Der Baum hat es gut, dachte sie. Sie würde gerne Zucker aus Wasser, Licht und CO2 machen, aber das war nicht der Punkt; der Baum hatte kein Gehirn, und Julai fand das Konzept Gehirn zwar genial, aber doch sehr störanfällig und instabil.

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Ad absurdum II: Sentient

Zur Vorgeschichte geht es hier.

Sehen beinhaltet mehr als die Augen.
Julai vermisste ihre Kindheit. Es hatte nach Kiefernnadeln gerochen in ihrer Kindheit.
Irgendwoher stülpte sich das Bild eines Hauses über sie. Ein Haus umgeben von Kiefernnadeln. An einem See. Dunkel. Klein. Weltsicht.
Vielleicht hatte sie das geträumt? Oder es war eine Erinnerung aus ihrer Kindheit, so tief vergraben in der Rumpelkammer ihrer Erinnerung wie fünfzig Jahre alte Kronkorken am Strand? Sie konnte den Unterschied nicht feststellen, noch nicht einmal ansatzweise. Julai besaß keine Kontrolle über ihr Gedächtnis. Alles zersetzte sich einfach, wie Plastiktüten sich im Meer zersetzen, bis die kleinen Teile nicht mehr zu sehen sind. Das machte ihr erstaunlich wenig aus.

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Das Urmensch-Spiel

Lieblingsmensch mit 50% DNA-Übereinstimmung (exklusive Epigenetik und Transposone) und ich: Wir spielen gerne. Wir haben auch einen Hang zum Absurden, den ich über alles liebe. Die meisten Menschen denken so effizienzbasiert und geradlinig! Ich manchmal nicht – und das hat sogar was mit meinem Gehirn zu tun (Denken?? Mit dem Gehirn?? Woah!). Weiterlesen

Ad absurdum

Julai saß auf dem Stuhl und starrte an Dr. Winter vorbei auf die Vorhänge. Ein Teil von ihr versuchte, das Muster auf den Vorhängen von ihrem natürlichen Chaos in eine geordnete Struktur überzuführen. Geistig. Es waren Strichzeichnungen stilisierter Äste mit Blättern daran; die Astdicke war durchaus biologisch unsinnig und ebenso die Blattaderung. Der Stoff des Vorhangs bildete Wülste und Furchen; am Gehirn würde man das Gyri und Sulci nennen. Nur dass der Vorhang keine Gene besaß, die seine Wülste und Furchen an Ort und Stelle beließen. Weiterlesen

Pizza

Update: Ich krieche, noch etwas schwerfällig, an Land (siehe vorheriger Beitrag). Es ist einigermaßen fantastisch.

Gerade hab ich geträumt, dass es einen etwas verrückten Einsiedler und Food-Experimentalisten gibt, der Pizza backt, indem er Eicheln aus dem Wald zu Mehl verarbeitet. Ich sah ihm dabei zu, wie er die Eicheln aus dem Wald einzeln mit einem Messer halbierte, um sie zu schälen. Der Aufwand war grotesk und vor meinem inneren Auge tauchte unweigerlich eine Palette an Fertig-Tiefkühlpizzen auf und ich konnte nicht anders, als die Wahnsinnsarbeit, die der Typ sich machte, zu belächeln.

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Was soll es mich lehren?

Brauen zu zweighaften Tinkturen gelb mit grünen Flecken rot mit lila Ecken. Chemie der Natur umgebaut der Haut unvertraut wird zusammengebraut.

Stoffe die keine Weber webten erleben keinen Wert und werden zerstückt
Die Ruhe wird von Worten überbrückt.
Die Zeit schreitet und malocht und bäckt Launen mit ein.

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Zwei Fragen

Haha! Nicht übel, was man in der Warteschlange für Gesichter sieht. Mein Gesichtsausdruck scheint der einzig normale zu sein (wobei, das Wort normal ist schon sehr gefährlich in diesem Zusammenhang). Ich glaube, ich schaue meistens etwa zu 30% gleichgültig, zu 47% verträumt und zu 22% freundlich. Egal, ob das jetzt aufgeht, denn irgendwo ist meist noch ein Hauch Nervosität dabei, so zwischen 2 und 13%. Ist ja auch egal.

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Jeder Moment gehört dir (Ich und die Biologie)

So oder anders.

Es war ein nebliger Morgen. Fragen spukten in mir wie Spinnenweben. So kroch ich aus dem Bett und dachte an einen See: Ich dachte viel zu häufig an diesen einen See. Viel. Zu. Die Decke, aus der ich gekrochen war, roch nach Sommerregen. Ein paar andere wuselten schon herum, von Irma wusste ich, dass Gedanken sie nachts beschäftigten und sie dann wie ein Geist durch die Zimmer schlich; Andere genossen, in Decken gehüllt, die Erfüllung der Vision.

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