Nachhaltigkeit, Neurodiversität, Nonsens

Schlagwort: Chiffre

Es ist Psychologie!

Julai wurde von griechischen Buchstaben verfolgt. Sie machten alle Sinn.

Aber das Ψ [Psi], wie soll man sagen, war am hartnäckigsten. Eines Tages bekleidete sie sich mit ihrer Lieblingsjacke, einer schwarzen, die sie für zehn Euro im Second-Hand-Laden gekauft hatte. Da sah sie sich die superpraktischen, großen Taschen der Jacke an und dachte: Das Ψ würde sich darauf hervorragend machen. Und so malte die ein Ψ auf ein Stück Stoff und nähte es an ihre Jacke. Damit lief sie umher, und fühlte sich großartig und unangenehm exzentrisch zugleich, so als würde sie sich ihrer selbst schämen, aber irgendwie auch den Kick wollen. Schräger Vogel, diese Julai.

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Allys und das Orakel vom Bonhoefferweg

Allys hatte einen weiten Weg vor sich. Sie hatte es bereits erahnt, bevor er begonnen hatte (Oder hatte sie da gerade Anlauf genommen, bevor sie die Flügel ausspannte, um zu fliegen? Vermutlich).
Auf einer Wiese liegend, war Allys einem Spiel gefolgt. Es ging darum, sich ein Tier vorzustellen. Mit geschlossenen Augen, neben ihr lagen andere Jugendliche im Gras, ließ Allys ihre Gedanken schweifen, und diese waren voll Frieden und Natur. Ihr erschienen Landschaften, und spontan materialisierte sich vor ihrem inneren Auge das Bild einer trockenen Wiese. Irgendwo auf dem flachen Land könnte es sein, in Brandenburg, am Rand war eine Allee zu sehen. Die Pflanzen auf der Wiese, vor allem Gräser, wucherten wie wildes, zerzaustes Haar. Große, üppige, verblichene, magere, Sonne aufnehmende Pflanzen bildeten ein undurchsichtiges Meer, das Allys in seiner Bewegung beobachtete.

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Das Gegenteil der Entfremdung – Beschreibung eines Gefühls

Ist das Gegenteil der Entfremdung ein Gefühl, oder ist es eine Bewertung? Oder ist es etwas dazwischen? Eine Farbe der Wahrnehmung?
Ich gehöre dazu und alles gehört zu mir. Im Gegenteil der Entfremdung stelle ich dies immer wieder nüchtern fest.
Alles ist mir vertraut, allem kann ich vertrauen. Auch das Neue ist selbstverständlich, natürlich zugehörig zu meiner Welt. Alles hat seinen Platz. Alles hat seinen Sinn.
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Südwestlich

Ich warte auf den Akkord, der die Dissonanz zwischen mir und meiner Umwelt auflöst. Dann geht die Sinfonie endlich weiter. So ist das bei Musik: Darauf, dass die disharmonische Stelle aufhört, muss man manchmal lange warten. Im Wissen, dass diese zum Stück gehört, am Ende bald vergessen ist, leidet man doch unendlich währenddessen.
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Hyolluwisix

Sie wurde an der Hand genommen. Es war nicht ihre Hand, die genommen wurde. Zu wem gehört dieser Körper eigentlich? Ich habe einen Körper. Sie kann es nicht fassen. Niemand hat ihr gesagt, dass sie das gefälligst für selbstverständlich nehmen soll.
Sie ist Aktivistin. Heute lag sie in einem Graben. Ihr Fahrrad stand daneben. Und sie konnte sich keinen Fleck rühren.
Wie auch. Es ist Winter. Sie war vor Winters aus der Welt geflohen, die Welt ein Tor zu tausend Wüsten… Und sie rief ihm zu, und es blieb stumm, und sie fing an zu tanzen, und es blieb kalt, und sie stellte Fragen, und blieb ein Narr.
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Was soll es mich lehren?

Brauen zu zweighaften Tinkturen gelb mit grünen Flecken rot mit lila Ecken. Chemie der Natur umgebaut der Haut unvertraut wird zusammengebraut.

Stoffe die keine Weber webten erleben keinen Wert und werden zerstückt
Die Ruhe wird von Worten überbrückt.
Die Zeit schreitet und malocht und bäckt Launen mit ein.

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Jeder Moment gehört dir (Ich und die Biologie)

So oder anders.

Es war ein nebliger Morgen. Fragen spukten in mir wie Spinnenweben. So kroch ich aus dem Bett und dachte an einen See: Ich dachte viel zu häufig an diesen einen See. Viel. Zu. Die Decke, aus der ich gekrochen war, roch nach Sommerregen. Ein paar andere wuselten schon herum, von Irma wusste ich, dass Gedanken sie nachts beschäftigten und sie dann wie ein Geist durch die Zimmer schlich; Andere genossen, in Decken gehüllt, die Erfüllung der Vision.

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