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Nachhaltigkeit, Neurodiversität, Nonsens

Schlagwort: Gehirn

Das Urmensch-Spiel

Lieblingsmensch mit 50% DNA-Übereinstimmung (exklusive Epigenetik und Transposone) und ich: Wir spielen gerne. Wir haben auch einen Hang zum Absurden, den ich über alles liebe. Die meisten Menschen denken so effizienzbasiert und geradlinig! Ich manchmal nicht – und das hat sogar was mit meinem Gehirn zu tun (Denken?? Mit dem Gehirn?? Woah!). Weiterlesen

Ad absurdum

Julai saß auf dem Stuhl und starrte an Dr. Winter vorbei auf die Vorhänge. Ein Teil von ihr versuchte, das Muster auf den Vorhängen von ihrem natürlichen Chaos in eine geordnete Struktur überzuführen. Geistig. Es waren Strichzeichnungen stilisierter Äste mit Blättern daran; die Astdicke war durchaus biologisch unsinnig und ebenso die Blattaderung. Der Stoff des Vorhangs bildete Wülste und Furchen; am Gehirn würde man das Gyri und Sulci nennen. Nur dass der Vorhang keine Gene besaß, die seine Wülste und Furchen an Ort und Stelle beließen. Weiterlesen

Warum AD(H)S manchmal in der Seele weh tut

AD(H)S tut manchmal in der Seele weh. Warum? Manche Leute teilen mir angenehmerweise mit, dass sie es nicht nachfühlen können, weil sie ein anderes Gehirn haben. Auch wenn das, was ich beschreibe, sich so anhört, als würden sie es kennen. Manch andere verstehen es nicht – „Konzentrier dich doch einfach!“ – ja, wie? „Indem du dich konzentrierst!“.
AD(H)Sler fühlen sich oft ziemlich missverstanden.

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„Als wäre ich nicht ganz da“ – Depersonalisation und was dagegen hilft

Wie genau sich das Depersonalisations/Derealisationssyndrom anfühlt, habe ich hier bereits beschrieben. Zusammengefasst: Es ist ein, nun ja, faszinierender Zustand, aber wirklich sehr, sehr unangenehm. Keiner merkt es einem an, wenn um einen herum die Welt zusehens irreal wird. Innendrin tobt aber ein Chaos aus Angst: Werde ich verrückt? Was ist los mit mir? Hört das je wieder auf? Träume ich? Mache ich gleich etwas komplett Verrücktes, weil ich nicht ganz bei Bewusstsein bin?

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Leben mit Kontextblindheit

Ein weitverzweigtes Gebäude umfängt mich, ich in seinen Gängen, die langen Korridore und wesensverschiedenen Hallen ein expandierendes Universum. Ich laufe durch eine Galerie voller abstrakter Gemälde. Neben- und übereinander hängen diese, größer und kleiner, vier- acht- und siebenundzwanzigeckig und rund, ein Sammelsurium abartiger bis hübscher Kunst. Doch alle Bilder haben eines gemeinsam: Ich kann nicht erkennen, was sie darstellen sollen. Das Einzige, was ich tun kann, ist zu vermuten, was sie wahrscheinlich darstellen.

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Was ist Neurodiversität?

Boah, bin ich aufgeregt, weil ich dieses Thema so mag! Wie fang ich bloß an?
Nun ja. Biodiversität kennen wir alle als Begriff: Viele Arten auf einem Raum. Je mehr, desto besser, meistens jedenfalls, denn das macht das Ökosystem wiederstandsfähig – und überhaupt, ist biologische Vielfalt nicht auch ein Wert an sich?
Neurodiversität bedeutet analog: Neurologische Vielfalt. Also: Viele unterschiedliche Gehirne auf einem Raum. In diesem Fall, in der Gesellschaft.
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Wundersam, alltäglich, blind

Wenn die Worte doch so fließen würden wie meine Gedanken im Bett um halb sechs. Ich würde es lieben. Nur noch schreiben. Aber vor dem (digitalen) Blatt Papier zerfließen sie wie Sand in hohlen Händen. Keine Ahnung. Kreativität, ausgeblieben durch zu hohe Erwartungen? Gedanken sind frei, weil ich sie nicht teilen muss, gar nicht teilen will. Geschriebenes ist eher da, um es zu teilen, ist es deshalb unfreier? Ach ja, und Gedanken verschwenden keine Zeit auf Orthographie.

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Ausflug ins Paralleluniversum? – Über Dissoziation

Lebhafte Träume. Lebhafte Realität. Leben. Wir haben 86 Milliarden Nervenzellen im Kopf. Fast so viele, wie die Milchstraße Sterne hat.

Was ist Traum, was ist real?
Das frage ich mich manchmal, wenn sich eine Phase der Depersonalisation-Derealisation anbahnt. Das ist so ein umständlicher Begriff, jedenfalls fällt es im Katalog psychischer Besonderheiten unter die Kategorie Dissoziation. In der Chemie ist das wohl so ein Vorgang, bei dem sich chemische Verbindungen in mehrere Moleküle oder Atome teilen. Wenn das im Kopf passiert, heißt das, dass Identität, Wahrnehmung, Bewusstsein irgendwie auseinanderfallen.

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