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Nachhaltigkeit, Neurodiversität, Nonsens

Schlagwort: Neurodiversität

Mein (mentaler) Ringkampf mit dem Diagnostiksystem

Ich steige in den Ring. Das Diagnostiksystem steht mir gegenüber, massiv und glänzend; es hat sich über und über mit Öl eingerieben. Das hat es klug gemacht; als ich es mit einem Sprung zu fassen bekomme, schwabbelt es mir durch die Hände und grinst hämisch.

Es ist stärker als ich. Es wirft mit F84.1 nach mir. Ich sehe den Angriff kommen und nehme ein riesiges Paper von Waterhouse et al.1, mit dem ich ihm heftig eins überwische. Das Diagnostiksystem taumelt und ich nutze seinen verwirrten Moment. Weiterlesen

Das Urmensch-Spiel

Lieblingsmensch mit 50% DNA-Übereinstimmung (exklusive Epigenetik und Transposone) und ich: Wir spielen gerne. Wir haben auch einen Hang zum Absurden, den ich über alles liebe. Die meisten Menschen denken so effizienzbasiert und geradlinig! Ich manchmal nicht – und das hat sogar was mit meinem Gehirn zu tun (Denken?? Mit dem Gehirn?? Woah!). Weiterlesen

AD(H)S – meine seltsamen und hilfreichen Strategien

AD(H)Sler sind kreativ. Manche sind sogar zu kreativ. Aber immerhin: ich denke mir nicht nur gerne seltsames Zeug aus, manchmal nützt es sogar was.
Ich möchte meine Strategien teilen, auch wenn sie vielleicht seltsam sind oder nur mir nützen oder was auch immer. Auch Medikamente beseitigen nicht alle AD(H)S-Symptome und solche Listen (ich mag Listen!) von Strategien, insbesondere für Erwachsene, fand ich bisher nicht unbedingt. Vive la Neurodiversity! Weiterlesen

Der Exzentrische Persönlichkeitsstil

Diese Bibliothek ist so wunderschön, denke ich jedes Mal. Gut, die Akustik ist so semi, aber diese Architektur… ich liebe meine Uni. Ich habe gerade eine Klausur geschrieben und den Ausdruck Einfaktorieller Randomisierungsplan benutzt. Heute jährt sich die Atomkatastrophe von Fukushima zum achten Mal. Wie es den Menschen dort wohl geht? Ich war in anderen Jahren an diesem Tag manchmal auf Anti-Atom-Demos und trotz des traurigen Themas fand ich die Atmosphäre so verzaubernd, vielleicht lag es an den japanischen Performancekünstlern. Wenn du keine Partys magst, geh doch einfach auf Demos…

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Die Inklusivität nachhaltigen Handelns

Es gibt eine Reihe nicht-neurotypischer Menschen: AD(H)Sler, Autist*innen, Menschen mit Lernschwierigkeiten, Menschen mit Problemen der sensorischen Verarbeitung, Menschen, die auf tägliche Routinen angewiesen sind. Mal so ganz ungefähr.
Ich war etwa fünf Jahre in verschiedenen Greenpeace-Gruppen aktiv und habe bemerkt, dass es in diesen Gruppen überproportional viele solcher nicht-neurotypischen Menschen gibt. Oder naja, ich habe nicht nachgezählt, ob es signifikant ist.

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Kant und das Wrong Planet Syndrome

Es heißt ja „Wrong Planet Syndrome“. Das ist kein Witz. Es vergeht nicht ein Tag, an dem ich mich nicht über das Mensch-Sein wundere. Heute zum Beispiel: Wenn unsere Wahrnehmung alles konstruiere, was konstruierte dann uns? Oder kann das Konstruierende sich selbst konstruieren? Denn, soweit ich den mathematischen Beweis als gültig betrachte, enthalten alle Theorien Voraussetzungen, die nicht durch sie selbst erklärt werden können. Und die brennende Frage: Warum, um alles in der Welt, wundert sich keiner darüber? Aber gut. Mensch sieht: Wrong-Planet-Empfindungen mögen ein fruchtbarer Boden für gute Philosoph*innen sein.

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Warum AD(H)S manchmal in der Seele weh tut

AD(H)S tut manchmal in der Seele weh. Warum? Manche Leute teilen mir angenehmerweise mit, dass sie es nicht nachfühlen können, weil sie ein anderes Gehirn haben. Auch wenn das, was ich beschreibe, sich so anhört, als würden sie es kennen. Manch andere verstehen es nicht – „Konzentrier dich doch einfach!“ – ja, wie? „Indem du dich konzentrierst!“.
AD(H)Sler fühlen sich oft ziemlich missverstanden.

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Leben mit Kontextblindheit

Ein weitverzweigtes Gebäude umfängt mich, ich in seinen Gängen, die langen Korridore und wesensverschiedenen Hallen ein expandierendes Universum. Ich laufe durch eine Galerie voller abstrakter Gemälde. Neben- und übereinander hängen diese, größer und kleiner, vier- acht- und siebenundzwanzigeckig und rund, ein Sammelsurium abartiger bis hübscher Kunst. Doch alle Bilder haben eines gemeinsam: Ich kann nicht erkennen, was sie darstellen sollen. Das Einzige, was ich tun kann, ist zu vermuten, was sie wahrscheinlich darstellen.

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Was ist Neurodiversität?

Boah, bin ich aufgeregt, weil ich dieses Thema so mag! Wie fang ich bloß an?
Nun ja. Biodiversität kennen wir alle als Begriff: Viele Arten auf einem Raum. Je mehr, desto besser, meistens jedenfalls, denn das macht das Ökosystem wiederstandsfähig – und überhaupt, ist biologische Vielfalt nicht auch ein Wert an sich?
Neurodiversität bedeutet analog: Neurologische Vielfalt. Also: Viele unterschiedliche Gehirne auf einem Raum. In diesem Fall, in der Gesellschaft.
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